Die Wahlergebnisse der vergangenen Wochen beschäftigen uns.
Wir könnten an dieser Stelle schreiben, dass wir besorgt sind. Dass wir für Vielfalt, Menschlichkeit und ein friedliches Zusammenleben stehen. Und gegen Extremismus, Antisemitismus, Rassismus und jede Form menschenfeindlicher Ausgrenzung.
Das tun wir.
Aber Sorge allein verändert wenig bis gar nichts.
Deshalb beschäftigt uns eine andere Frage mindestens genauso sehr: Was liegt eigentlich in unserem eigenen Einflussbereich?
Wir können als Unternehmen gesellschaftliche Entwicklungen nicht lösen. Aber wir können mitgestalten, wie Menschen einen großen Teil ihres Alltags erleben.
Können sie widersprechen, ohne Nachteile befürchten zu müssen?
Werden ihre Ideen ernst genommen?
Können sie Entscheidungen beeinflussen?
Sind Entscheidungen nachvollziehbar?
Erleben sie Fairness und Respekt – auch dann, wenn Interessen und Meinungen auseinandergehen?
Vielleicht beginnt gesellschaftliche Selbstwirksamkeit auch genau dort.
Demokratie ist schließlich nicht nur etwas, das bei Wahlen stattfindet. Sie lebt von der Erfahrung, gehört zu werden, Verantwortung übernehmen zu können, Unterschiedlichkeit auszuhalten und gemeinsam Lösungen zu finden.
Das ist kein großes gesellschaftspolitisches Programm. Es ist zunächst eine Aufgabe an uns selbst.
Und die wird konkret.
- Indem wir Entscheidungen erklären und nachvollziehbar machen. Indem wir Kritik und Ideen nicht nur zulassen, sondern ernst nehmen und beantworten. Indem wir Konflikte offen und fair austragen – gerade dann, wenn es unbequem wird.
- Und indem wir Grenzen ziehen.
- Wenn Menschen wegen ihrer Herkunft, Religion, Identität oder ihres Aussehens herabgesetzt oder ausgegrenzt werden, darf das nicht unwidersprochen bleiben. Dann heißt Verantwortung auch: eingreifen, Haltung zeigen und diejenigen unterstützen, die betroffen sind.
- Genauso gehört für uns dazu, den Blick über den eigenen Arbeitsplatz hinaus zu richten und gesellschaftliches Engagement zu ermöglichen und zu unterstützen.
Wir wollen ein Unternehmen sein, in dem Menschen erleben, dass ihre Stimme zählt. In dem wir streiten können, ohne einander abzuwerten. In dem Vielfalt nicht nur behauptet, sondern gelebt wird. Und in dem Menschenwürde, Respekt und ein friedliches Miteinander nicht zur Verhandlung stehen.
Vielleicht können Unternehmen gesellschaftliche Ohnmacht nicht beseitigen.
Aber wir können dafür sorgen, dass Menschen bei uns möglichst wenig davon erleben.
Und wir können uns daran messen lassen, ob uns das im Alltag tatsächlich gelingt.









