Sechs Themen, sechs Arbeitsgruppen und eine gemeinsame Erkenntnis: Gute Projektarbeit entscheidet sich oft genau dort, wo Wissen, Informationen und Verantwortung von einer Hand in die nächste gehen.

„Könnt ihr das noch schnell ändern?“

Ein Satz, der im Planungsalltag häufig vorkommt. Was nach einer kleinen Anpassung klingt, kann weitreichende Folgen haben. Wer muss informiert werden? Welche anderen Planungen sind betroffen? Wer entscheidet über das weitere Vorgehen? Und wie stellen wir sicher, dass alle mit dem gleichen Wissensstand weiterarbeiten?

Es sind diese Übergabestellen, an denen sich zeigt, wie gut unsere Zusammenarbeit funktioniert.

Beim diesjährigen Teamtag unseres Fachbereichs Hochbau im Hafven in Hannover haben wir uns Zeit genommen, genauer hinzusehen. Nicht auf ein einzelnes Bauprojekt, sondern auf die Art, wie wir gemeinsam Projekte bearbeiten.

Gedacht. Sechs Themen, ein gemeinsamer Nenner.

BIM-Modellierung, Rollenverteilung im Projektteam, standortübergreifende Kommunikation, Nachtragsmanagement, Nachhaltigkeit und WU-Planung. Auf den ersten Blick eine ziemlich bunte Mischung. Auf den zweiten Blick haben die Themen eine Schnittmenge, wie im Laufe unseres gemeinsamen Tages immer deutlicher wurde.

Die Geschäftsführung und die Fachbereichsleitungen hatten die sechs Themenfelder im Vorfeld festgelegt. Unsere Teamleitungen bereiteten Fragestellungen und konkrete Fallbeispiele vor. Anschließend gingen sechs Arbeitsgruppen den Fragen auf den Grund: Was steckt dahinter? Wo entstehen Schwierigkeiten? Und was können wir selbst verändern?

Dabei ging es nicht darum, möglichst schnell Antworten zu finden. Sondern zunächst darum, unterschiedliche Perspektiven kennenzulernen und die Zusammenhänge besser zu verstehen.

Geplant. Die entscheidende Arbeit passiert oft dazwischen.

Was nützt ein präzises digitales Gebäudemodell, wenn die wichtigen Informationen nicht bei denen ankommen, die damit weiterarbeiten? In der BIM-Gruppe ging es deshalb um mehr als die dreidimensionale Darstellung eines Bauwerks. Wie organisieren wir die Zusammenarbeit und sorgen dafür, dass Informationen dort verfügbar sind, wo sie gebraucht werden? Ähnliche Fragen stellten sich bei den Projektrollen: Wer übernimmt welche Aufgaben? Welche Kompetenzen sind dafür notwendig? Und wer trägt die Verantwortung für das Ergebnis?

Die Gruppe Kommunikation nahm besonders unsere standortübergreifende Zusammenarbeit in den Blick. Wie stellen wir sicher, dass Änderungen rechtzeitig bei allen Beteiligten ankommen? Wie dokumentieren wir Entscheidungen nachvollziehbar? Und wie gelingt der Wissenstransfer zwischen erfahrenen und neuen Kolleginnen und Kollegen? Beim Nachtragsmanagement ging es um eine Frage, die wohl jedes Planungsteam kennt: Wann wird aus einem „Könnt ihr das noch schnell ändern?“ ein zusätzlicher Aufwand? Und wie gehen wir damit transparent und verlässlich um?

Auch beim nachhaltigen Planen und der WU-Planung zeigte sich, wie wichtig der Blick über das eigene Fachgebiet hinaus ist. Wo liegen die größten Potenziale für nachhaltige Lösungen? Wann brauchen wir zusätzliches Fachwissen oder andere Perspektiven – beispielsweise aus der Architektur? Und wie können wir unsere Kompetenzen gezielt weiterentwickeln?

Sechs verschiedene Themen. Aber immer wieder dieselbe Frage: Wie gestalten wir die Übergänge an den Schnittstellen?

Gebaut. Ein Teamtag verändert noch keinen Arbeitsalltag.

Am Ende stellten alle Gruppen ihre Ergebnisse vor. Es wurde sehr deutlich, dass ein Tag nicht reicht, um sämtliche Fragen in der notwendigen Tiefe zu bearbeiten. Aber er reicht, um den Blick zu verändern.

Im Projektalltag konzentrieren wir uns verständlicherweise auf die nächste Berechnung, die nächste Abstimmung, den nächsten Termin. Dabei übersehen wir manchmal, dass wir mehr beeinflussen können, als uns im ersten Moment bewusst ist.

Genau deshalb brauchen wir Gelegenheiten, aus unseren gewohnten Denkmustern auszubrechen. Den Blick über den eigenen Schreibtisch, das eigene Fachgebiet und den eigenen Standort hinaus zu richten. Das ist ein bisschen wie Muskeltraining: Einmal reicht nicht. Erst durch regelmäßige Übung wird der Perspektivwechsel zur Gewohnheit.

In unserem Beitrag „Was liegt in unserem Einflussbereich?“ haben wir uns bereits mit der Frage beschäftigt, was wir selbst gestalten können. Aus einem ganz anderen Anlass. Doch auch in unserer täglichen Projektarbeit lohnt es sich, diese Frage immer wieder zu stellen.

Für uns bedeutet das, die Erkenntnisse des Teamtages weiterzutragen. Themen zu vertiefen, Wissen zugänglich zu machen und gemeinsam an Abläufen zu arbeiten, die unsere Planung besser machen.

Denn Kommunikation ist nicht einfach eine Begleitung guter Planung. Sie ist eine Voraussetzung dafür.

Am Ende entscheidet nicht allein, wie gut jeder Einzelne seine Aufgabe erfüllt. Sondern auch, wie erfolgreich wir unsere Ergebnisse zusammenbringen.

Veröffentlicht am: 15. Oktober 2026Kategorien: Büro

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