Für den Bau eines Verbrauchermarktes hat eine Kollegin aus unserem Hochbau-Prüfteam die Bewehrung mehrerer tragender Bauteile abgenommen — Kragstützen mit angeformten Fundamenten, ein Unterzug und ein Spannbetonbinder. Ungewöhnlich war dabei der Ort: nicht die Baustelle, sondern das Fertigteilwerk der HABAU Deutschland GmbH in Heringen bei Nordhausen. Bauteile entstehen hier, bevor sie zu ihrem Einbauort gefahren werden. Eine Bewehrungsabnahme direkt im Werk ist selten. Deshalb haben drei junge Kolleginnen und Kollegen die Gelegenheit genutzt und sind mitgefahren.

Auch für uns bringt eine Abnahme im Werk handfeste Vorteile mit sich. Die Bewehrung ist vor dem Betonieren noch frei zugänglich, ganz ohne Gerüst oder Schalungsreste, die auf der Baustelle oft die Sicht versperren. Und entdecken wir eine Abweichung, lässt sie sich leichter korrigieren.

Betonfertigteile sind zuverlässige Partner auf der Baustelle

Bei Bauvorhaben wie Lagerhallen oder Supermärkten greifen wir als Planende auch gern zu Fertigteilen. Weil Stützen, Unterzüge und Binder witterungsunabhängig im Werk entstehen, lässt sich der Bauablauf verlässlicher planen.  Werden diese vor Ort geschalt und betoniert, gerät bei Regen oder Frost möglicherweise der Zeitplan durcheinander. Gleichzeitig sorgt die kontrollierte Fertigung für gleichmäßige Betonqualität, und auf der Baustelle selbst verkürzt sich die Bauzeit, weil dort im Wesentlichen nur noch montiert wird.

Genau das lässt sich im Fertigteilwerk der HABAU Deutschland GmbH beobachten. Der Standort in Heringen bei Nordhausen zählt zu den leistungsfähigsten Fertigteilwerken Deutschlands und ist nach DIN ISO 9001, DIN EN ISO 50001 und DIN 45001 zertifiziert. Der eigene Schalungsbau ermöglicht auch anspruchsvolle Formen wie die geprüfte Kragstütze mit angeformtem Fundament. Ein Spannbetonbinder wie der geprüfte überspannt später weite Distanzen ohne Zwischenstütze, was dem Markt eine stützenfreie Verkaufsfläche verschafft.

Für die drei Kolleginnen und Kollegen war genau dieser Blick hinter die Kulissen der eigentliche Gewinn — aus konstruktiver Sicht und ebenso aus statischer Sicht. Wer sonst nur Bewehrungspläne am Bildschirm prüft, hat vor Ort jede Menge Fragen im Gepäck: Wie kommt die Bewehrung überhaupt in die Schalung? Wie hält ein mehrere Tonnen schweres Bauteil beim Transport? Und wie unterscheidet sich die Werksfertigung eigentlich vom Bauablauf auf einer klassischen Baustelle?

 

 

 

 

 

Veröffentlicht am: 23. September 2026Kategorien: Hoch- und Industriebau, Projekte

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